Bis heute streiten sich die Experten darüber, ob es nicht vielleicht doch schon die Phönizier waren, die den Wein nach Sardinien brachten - oder ob der Weinstock eventuell sogar eine einheimische Pflanze ist. Fest steht zumindest, dass die später auf der Insel ansässigen Karthager und Römer das äußerst sonnenverwöhnte und trockene Mittelmeer-Klima nutzten, den Weinbau kultivierten und Weine von derartiger Qualität erzeugten, dass diese im gesamten Mittelmeerraum bekannt und begehrt waren. Heute beträgt die gesamte Weinanbaufläche fast 44.000 Hektar. Dabei wird im kühleren Norden Sardiniens vor allem weißer Wein angebaut, auf der trocken-heißen Süd- und Westseite der Insel jedoch finden besonders rote Rebsorten beste Bedingungen. Im Windschatten von Bergen und Bäumen gedeiht dort zum Beispiel die Rebsorte Cannoneau, die als die typischste sardische Rotweintraube bezeichnet wird. Aus ihr entstehen bouquetreiche und unverwechselbare Rotweine, die nach drei Jahren das Prädikat "Riserva" (Auslese) erhalten und bei einem Alkoholgehalt von 15 Prozent die Zusatz-Bezeichnung "Superiore" führen dürfen.