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Weinwissen - Woran man einen guten Wein erkennt

Woran man einen guten Wein erkennt


Die Qualität eines Weines wird vor allem von Frucht, Alkoholgehalt, Säure und Süße bestimmt. Je ausgewogener diese Komponenten sind, umso besser ist der Wein. Besonders das Ausbalancieren von Zucker und Säure spielt dabei eine tragende Rolle.


Frucht
Die Frucht eines Weines ist von der Rebsorte abhängig, also dem sortentypischen Aroma. Die Intensität der Frucht wird aber auch von der Lage des Weinbergs und dem Reifegrad der Trauben zum Erntezeitpunkt bestimmt. Je nach Jahrgang kann die Frucht im Wein frisch und saftig schmecken. In der Regel ist der Fruchtgeschmack komplex und erinnert an verschiedene Früchte. Viele Aromen unterscheiden sich nur in Nuancen voneinander und es bedarf schon einiger Übung, die einzelnen Komponenten zu unterscheiden und zu benennen.

Alkohol
Bei der Weinherstellung wird der Zucker im Traubensaft durch natürliche oder zugesetzte Hefe zum Gären gebracht. Daraus entsteht Alkohol, der dem Wein Körper und Struktur verleiht und über das Geschmacksempfinden am Gaumen entscheidet. Alkoholreiche Weine wirken meist schwer, Weine mit geringerem Alkoholgehalt leicht, elegant und feinfruchtig.

Säure
Die Säure prägt den Charakter des Weines entscheidend und vollendet den Geschmack. Ein perfekter Säuregehalt ist nicht nur eine Frage der Menge, sondern auch der Zusammensetzung. Die Säure stammt vor allem von den Trauben, ein geringer Teil entsteht während des Gärprozesses. Weine aus kühleren Anbaugebieten verfügen oft über einen höheren Säuregehalt und schmecken dadurch spritziger als Weine aus heißen Regionen. Der Grund dafür ist, dass die Trauben mit zunehmender Reife an Säure verlieren. Die Kunst des Winzers besteht darin, den richtigen Zeitpunkt zur Lese zu bestimmen, also wenn Zucker und Säure im perfekten Verhältnis zueinander stehen.

Süße
Zur Lesezeit enthalten die Trauben etwa gleichviel Trauben- und Fruchtzucker. Je reifer die Trauben sind, umso höher ist der Zuckergehalt, der von den Hefen vergoren werden kann. Je nach Temperatur oder Alkoholgehalt können die Hefen absterben und der Gärprozess ist damit beendet. Was an gewünschtem Zucker nach der Gärung bleibt, nennt man Restzucker. Wie süß ein Wein tatsächlich schmeckt, hängt hauptsächlich vom Säuregehalt ab – je weniger, umso süßer schmeckt er.

Darüber hinaus gibt es noch die von Weinexperten festgelegten Qualitätsstandards Balance, Länge, Tiefe, Komplexität und Typizität:

Balance
Je ausgewogener Süße, Säure, Frucht und Alkoholgehalt zueinander stehen, umso besser ist der Wein.

Länge
Die Länge ist ein Hauptkriterium für die Qualität eines Weines. Ein guter Wein sollte nach dem Schlucken noch rund 30 Sekunden im Mund präsent sein. Man spricht dann auch von einem „langanhaltendem Abgang“ oder einem „langen Finale“.

Tiefe
Ein guter Wein zeichnet sich durch vielfältige Aromen und Nuancen aus.

Komplexität
Ein qualitativ hochwertiger Wein sollte die Geruchs- und Geschmacksempfindungen auf verschiedenen Ebenen anregen , also komplex wirken.

Typizität
Als Typizität bezeichnet man die typischen Aromen und Geschmacksnuancen einer Rebsorte, die man in einem guten Wein wiederfindet, wie z.B. grüne Paprika in einem Sauvignon Blanc.

Mit Augen, Nase, Zunge und Gaumen lässt sich also ein guter Wein erkennen. Wenn Sie Ihre Sinne trainieren und richtig nutzen, können Sie sich vor schlechten Weinen bewahren. Natürlich kommen oft bei gleichen Weinen selbst erfahrene Verkoster zu unterschiedlichen Ergebnissen und auch Sie werden so manche Empfehlung nachvollziehen können. Vertrauen Sie also in erster Linie Ihrem eigenen  Empfinden, denn der Wein muss Ihnen schmecken! Übung macht dabei den Meister und der Weg zum Weinprofi wird von vielen geleerten Flaschen gesäumt sein.

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