Italienische Rotweine aus der Region Emilia-Romagna
Die Doppelregion Emilia-Romagna ist eigentlich mehr für Parmaschinken, Parmesan und Balsamico bekannt. Darüber wird oft vergessen, dass dieses Gebiet nicht nur quantitativ, sondern durchaus auch qualitativ zu den größeren italienischen Rotwein-Produzenten gehört. Diese Unkenntnis liegt meist darin begründet, dass im mediterranen Klima der von der Po-Ebene bis nach Florenz reichenden Anbaugebiete hauptsächlich einfachere Konsumweine gedeihen. Dazu gehört insbesondere der aus der Lambrusco-Traube gewonnene leicht schäumende Rotwein gleichen Namens, der als süße und billige Supermarktware einst zu schlechtem Weltruf gelangte. Zu Unrecht, denn die trockenere Spielart ist ein charaktervoller und hochwertiger Rotwein und hat nicht selten DOC-Qualität. Daneben gedeiht in der Emilia-Romagna vorherrschend die Rebsorte Sangiovese. Sie ist die Basis für einen ausgewogenen, trockenen Rotwein mit leichter Tanninbetonung und einem Bouquet, das an Veilchen erinnert. Aus der Umgebung von Bologna und Piacenza schließlich stammt der herausragende Barbera, der mit seinem ausgeprägt harmonischem Bouquet und der satt rubinroten Farbe nach drei Jahren Lagerzeit mit dem Prädikat "Riserva" ausgezeichnet werden darf.